Erneuerung der Spannseilanlagen am Gorch-Fock-Wall
16.05.2022
Im Zuge des Grundinstandhaltungsprogramms 2022 wurden 13 abgängige Spannseilanlagen im Gorch-Fock-Wall – nach 54 Betriebsjahren – abgelöst und mit neuen Spannseilanlagen erneuert.
Die Spannseilanlagen im Gorch-Fock-Wall bestehen jeweils aus einem Mast mit einer Höhe von 10,5 Metern und einer Mauerverankerung, die am gegenüberliegenden Gebäude platziert ist. Die beiden Enden des Spannseils sind an den oben genannten Punkten befestigt. Auf Höhe der Fahrbahn sind über das Spannseil zwei Leuchten für die entsprechende Ausleuchtung der Straße positioniert.
Spannseilanlagen gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten können Spannseile von Mauerwerk zu Mauerwerk, von Mast zu Mast oder in Kombination aufgebaut werden. Spannseilanlagen kommen meist dort zum Einsatz, wo ein größerer Straßen- oder Kreuzungsbereich ausgeleuchtet, eine Positionierung von Beleuchtungsmasten an den auszuleuchtenden Bereichen nicht möglich ist bzw. der Aufwand zur Herstellung des Anschlusses des Beleuchtungsmastes nicht im Verhältnis steht.
Um eine ausreichende Beleuchtung während der Baumaßnahme zu gewährleisten, musste die Maßnahme in drei Bauabschnitte aufgeteilt werden.
Die erste Spannseilanlage wurden im Bereich Gorch-Fock-Wall/Stephansplatz demontiert. Zur Errichtung der neuen Anlage war es erforderlich, ein Fundament für den Mast herzustellen. Dazu wurde in einer Baugrube eine Bewährung aus einer Stahlkonstruktion hergestellt und mit Beton verfüllt. Durch das Fundament wird die Standfestigkeit des Mastes gewährleistet. Hierbei war darauf zu achten, dass die Aushärtezeit des Betons von einer Woche nicht unterschritten wird. Nach Ablauf der Aushärtezeit konnte das Fundament belastet und eine Montage des Mastes vorgenommen werden. Anschließend wurde das Spannseil über den Gorch-Fock Wall gespannt, ausgerichtet und befestigt. Nach erfolgter Abnahme und Inbetriebnahme der Anlage wurden die weiteren Spannseilanlagen sukzessiv erneuert.
Mit Ausnahme der Kreuzung Gorch-Fock-Wall/Jungiusstraße konnten alle Arbeiten Werktags durchgeführt werden. Aufgrund der sehr langen Spannseile in diesem Kreuzungsbereich war ein Spannen der Spannseile nur mit erhöhtem Aufwand und geringem Verkehrsaufkommen möglich. In Abstimmung mit den städtisch involvierten Institutionen, wurde sich darauf verständigt, die Arbeiten sonntags durchzuführen. Dabei kamen vier Fahrzeuge, ausgestattet mit jeweils einer Hubarbeitsbühne, zum Einsatz. Die Fahrzeuge wurden auf der Kreuzung so positioniert, dass die Enden der Spannseile in der Mitte der Kreuzung zusammengeführt und gespannt werden konnten. Nach dem die Spannseilanlage ausgerichtet und befestigt wurde, stand einer Inbetriebnahme nichts mehr im Wege.
Aufgrund eines erhöhten Schutzes des umliegenden Baumbestandes sowie eines Mehraufwandes bei der Umleitung der Straßenverkehrsführung wurde das Budget etwas überschritten. Gleichwohl konnte die gesamte Maßnahme im vorgegebenen Zeitraum – nach zwölf Wochen Bauzeit – erfolgreich abgeschlossen werden.