HEAT is back: Autonomer Kleinbus fährt wieder in der HafenCity
18.06.2020
Volker Rech, technischer Geschäftsführer HHVA, erklärt: „Wir freuen uns, als Teil dieses interdisziplinären Teams die sehr innovative und wegweisende Technologie im Forschungs- und Entwicklungsprojekt HEAT mit voranbringen zu können“. Lesen Sie gerne die Presseinformation sowie das Faktenblatt.
- Autonomer Kleinbus startet in nächste Testphase
- Vernetzung mit Leitstelle und Streckeninfrastruktur im Fokus
- Fahrten mit Fahrgästen für den Spätsommer geplant
Ab nächster Woche ist er wieder in der HafenCity unterwegs – der autonome Minibus des Forschungs- und Entwicklungsprojektes HEAT (Hamburg Autonomous Electric Transport) startet in die nächste Testphase. Den ganzen Sommer wird der 5 Meter lange emissionsfreie E-Bus nun wieder seine Runden auf der Teststrecke drehen, diesmal mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h. Im kommenden Jahr soll er einer der Vorzeigeprojekte im Rahmen des ITS-Weltkongresses sein.
Matthias Kratzsch, Geschäftsführer Technik von IAV: „Wir freuen uns, das überarbeitete und verbesserte Shuttle endlich wieder in der HafenCity testen zu können. In den vergangenen Monaten haben wir die Daten der ersten Testphase analysiert, die Hard- und Software an entscheidenden Stellen verbessert und das Shuttle so auf die nächste Erprobung vorbereitet. Wir sind zuversichtlich, dass das Shuttle die im Vergleich zum Vorjahr deutlich längere Strecke selbstständig und im Fluss mit den weiteren Verkehrsteilnehmern meistern wird und wir einen deutlichen technologischen Fortschritt bei der Entwicklung des Autonomen Fahrens erzielen werden.“
Der Schwerpunkt der Testfahrten liegt in der aktuellen Testphase auf dem Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Infrastruktur. Das Shuttle erhält seinen Streckenplan inklusive der zu bedienenden Haltestellen künftig von der Leitstelle, die straßenseitige Infrastruktur liefert zusätzliche Daten über das Geschehen auf der Straße. So meldet die Infrastruktur an der Strecke dem Shuttle unter anderem Informationen zu Fahrzeugen, Radfahrern oder Passanten, die sich außerhalb des Sichtfeldes seiner Sensoren und Kameras befinden. Dies ist beispielsweise dann besonders relevant, wenn Objekte sich in einer nicht einsehbaren Kreuzung befinden oder von einem größeren Fahrzeug verdeckt werden. Außerdem ermöglicht diese Kommunikation das Passieren von Ampelanlagen ohne eine Aktion des Fahrzeugbegleiters.
Markus Schlitt, Leitung der Geschäftseinheit Intelligent Traffic Systems für die Siemens Mobility: „Mit der Rückkehr des Shuttle tritt das Projekt in die wohl spannendste Phase ein. Nach Abschluss der Systemtests in einigen Monaten kann das Gesamtsystem aus Fahrzeug, Infrastruktur und Leitstelle seine Leistungsfähigkeit im realen Straßenverkehr demonstrieren und erstmals auch Passagiere befördern.“
Die Maximalgeschwindigkeit des autonomen Shuttleliegt nun bei 25 km/h. Das Fahrzeug wird somit bis zu 10 km/h schneller als 2019 unterwegs sein. Es wird sich damit optimal in die Durchschnittsgeschwindigkeit des allgemeinen Verkehrsflusses auf der Teststrecke in der HafenCity ein.
Auf dem 800 Meter langen Abschnitt der Teststrecke operiert das Shuttle auf Basis von drei Informationsquellen: die eigene Umfeldwahrnehmung, Informationen von der durch SIEMENS entwickelten und durch Hamburg Verkehrsanlagen (HHVA) integriert bereitgestellten neuartigen Strecken- infrastruktur sowie einer von der Freien und Hansestadt Hamburg zur Verfügung gestellten und auf wenige Zentimeter genaue Karte über die aktuelle Strecke.
„Wir freuen uns, als Teil dieses interdisziplinären Teams die sehr innovative und wegweisende Technologie im Forschungs- und Entwicklungsprojekt HEAT mit voranbringen zu können“, erklärt Volker Rech, technischer Geschäftsführer HHVA.
Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender HOCHBAHN: Wir machen mit dem Projekt eine neue Mobilität erlebbar und ab Spätsommer, wenn die ersten Fahrgäste mitfahren können, auch erfahrbar. Ich bin mir sicher, dass das die Hamburgerinnen und Hamburger und 2021 beim ITS-Weltkongress auch die Fachwelt begeistern wird.“
Im Fahrbetrieb werden diese drei Informationen übereinandergelegt, um die Position des Fahrzeugs sowie Abweichungen von der optimalen Position genau zu bestimmen.
In Vorbereitung auf den geplanten Fahrgastbetrieb ist der autonom fahrende Shuttlebus bereits mit einem Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Auf zwei Monitoren im Fahrzeug können später die nächsten Haltestellen mit Soll- und Ist-Ankunftszeiten sowie Informationen zum Streckenverlauf angezeigt werden.
Mit der aktuellen Testphase werden die Grundlagen für den nächsten großen Meilenstein gelegt. Im Spätsommer 2020 sollen auch erstmals Fahrgäste mitfahren können. Ein Fahrzeugbegleiter wird dann weiterhin an Bord sein.
Eine der größten Herausforderungen im Forschungsprojekt bleiben die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Fahren ohne Fahrzeugbegleiter gemäß SAE Level 4. Autonomes Fahren wird vom geltenden Rechtsrahmen derzeit noch nicht erfasst. Entsprechend umfassend gestalten sich die Prozesse rund um die Genehmigungsverfahren, die maßgeblich von den regulatorischen Vorgaben abhängen.